Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen v. 1879 e.V.

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Kreuzchenfahrt

Helmut Meyer, Wolfgang und Klaus Metzger erhielten eine Einladung zur “Kreuzchen-Wander- Fahrt” der Mainzer RG. Diese Wanderfahrt findet jeweils im Oktober statt und dieser späten Jahreszeit folgend - das Qutfi t der Teilnehmer ! Dennoch war es eine schöne Tour und dies fi ndet sich in den Bildern wieder - aber nun zum Bericht aus der Feder eines Mainzer-Ruderers “39. Kreuzchenfahrt auf der Mosel Jürgen Werner war dabei. Seit Jahren habe ich jedem erzählt, warum ich wirklich MRG Vorsitzender geworden bin: um nie, NIE einen Artikel für den Bootssteg schreiben zu müssen (mal vom Weihnachtsgruß abgesehen, wenn Doris das nicht übernehmen will).

Jedem erzählt? Einem offenbar nicht – oder wollte er es nicht hören? Und so fand ich mich zu meinem Erschrecken auf der Teilnehmerliste unseres Ehrenvorsitzenden Peter Hoffmann als Berichterstatter der Kreuzchenfahrt wieder. Na, Ihr werdet sehen, was Ihr davon habt. Nun ist es sicher: ich muss wirklich NIE wieder einen Bericht für was auch immer schreiben. Mittwoch, 29.10. Aufl aden der drei Vierer, die mitgenommen werden sollen, ist für 15.30 Uhr angesetzt. Für Mitglieder der arbeitenden Bevölkerung arg früh. Etwas früher zur Arbeit gehen, früh durch die Hintertür verschwinden, zum Bahnhof laufen, von der Bahn zur MRG hetzen: 15.30 Uhr Ankunft am Bootshaus. Pünktlich. Dirk ist noch nicht da (musste noch ein paar Überstunden machen, wollte daher etwas später dazu stoßen). Die Boote sind trotzdem schon aufgeladen. Schade, da hat man wohl keine Wahl, da muss man wohl noch etwas Einer fahren. Donnerstag, 30.10. Sieben Uhr Treffen am Bootshaus. Wanderfahren ist kein Urlaub. Mit einer verständnisvollen Ehefrau, die einen ans Bootshaus bringt, kann man allerdings noch 5 Minuten zusätzlichen Schlaf herausschlagen. Aufstehen sechs Uhr fünfzehn. Schnell noch Kaffee kochen – die Fahrt zur Mosel ist lang. Es ist kalt und regnet. Punkt sieben Uhr Ankunft am Bootshaus. Nanu, die Minna ist vor den (An)Hänger gespannt, aber kein Mensch ist da? Aha, die Ruderkameraden haben sich in den trockenen und halbwegs warmen Hantelraum verzogen. Hanteln tut aber noch keiner. Siebenfünfzehn Abfahrt des Autokorsos an die Mosel zur 39. Kreuzchenfahrt. 39 - Kann das sein? Die Frage wurde schon im Vorfeld heftig im Bootshaus diskutiert. Ist aber so. Unser Ehrenvorsitzender ist in seinen Aktivitäten offenbar sehr hartnäckig. Teilnehmer der 39. Kreuzchenfahrt Aus der MRG: Rolf Assel, Dirk Böker, Peter Hoffmann, Helmar Klutke, Dr. Christoph Ostertag, Wolfgang Perske, Heiko Schneiders, Bernd Stendel, Jürgen Werner; Gäste aus Mainz, Frankfurt, Uelzen, Lübeck: Hans-Jo. Bauer- Schmitt, Dr. Bernhard Britting, Wolf Doering, Klaus Hinkelmann, Klaus Metzger, Wolfgang Metzger, Helmut Meyer, Hans-Jürgen Wilczcoch. Wolfgang Perske hat die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, Minna und Insassen, (An)Hänger, Boote nach Klüsserath, dem Start der Kreuzchenfahrt, zu bringen. A61, Hunsrückhöhenstraße, Baustelle, es regnet, kleiner Abstecher über Schweich. Es regnet immer noch. Nach 2 ½ Stunden Fahrt endlich Ankunft auf dem Campingplatz in Klüsserath. Es regnet nur noch wenig. Wo ist der Bootssteg zum Einsetzen? Fehlanzeige, der war nicht mitgebucht. Das Einsetzen soll über eine schmale Rampe stattfi nden. Der Regen hat fast aufgehört. Die Wiese, auf der aufgeriggert wird, ist trotzdem nass. Nasse Füße auf nassem Gras im Oktober vorm Rudern? Peter hat glücklicherweise eine Flasche Obstler dabei, die die gröbsten Gesundheitsschäden abwehrt. Zwei Gläschen am Morgen vertreiben Fieber und Sorgen. Einsetzen über die schmale und steile Rampe, wie soll das gehen? Die Füße sind jetzt schon nass, auch noch die Schuhe ausziehen? Hans-Jürgen Wilczoch hat die Lösung parat: Es wird mittels einiger Steine und von Reifen, die gerade eben noch ein Verkehrsschild gehalten haben (was für ein Verkehrsschild steht da eigentlich an der Mosel?), ein Behelfssteg konstruiert. Und so gelangen alle trockenen (?) Fußes in ihre Boote. Das dauert leider etwas, so muss in der Wartezeit der Wein schon mal gekostet werden. Gegen elf Uhr gehen 15 Ruderer und der Landdienst (Helmar und Peter) auf große Fahrt. Inzwischen hat sich der Regen ganz zurückgezogen. Die Weinberge zeigen noch gelbes Herbstlaub, hier und da etwas rot dazwischen. Die Mosel ist auch um diese Jahreszeit eine Reise wert. Weitere Vorkommnisse? Fallen dem Chronisten nicht mehr ein. Lags am Wein? Das kann nicht sein. Ankunft in Bernkastel-Kues noch vor Einbruch der Dunkelheit. Die Mannschaft ist nach 32 Ruderkilometern völlig erschöpft und benötigt erst einmal ein kleines Nickerchen, alternativ die Sauna. Das alte Brauhaus in Bernkastel stellt sich danach als gute Wahl für das Abendessen heraus. Freitag, 31.10. Heute wird ausgeschlafen, ist ja Urlaub. Frühstück gibt es erst um neun. Gut ausgeschlafen und gestärkt lassen sich die logistischen Herausforderungen einer Wanderfahrt am besten meistern. Der Fahrtenleiter gibt der Mannschaft einen Kurzvortrag, was heute passiert. Zuerst sollen die 4 KFZ an den heutigen Zielort, nach Zell, vorgefahren werden. Das Gepäck muss zum Bernkasteler Bootshaus, die Ruderklamotten und die Ruderer in die Autos nach Zell – oder wie war das noch? Alle haben natürlich wie immer den Ansagen des Fahrtenleiters konzentriert gelauscht und so weiß tatsächlich nach kurzer Diskussion jeder, wie es gleich weitergeht. Oder nicht? Die Mannschaft vertreibt sich das Warten auf die Autofahrer mit weiterem Kaffee, den der freundliche Wirt unserer Herberge (Hotel Panorama, in ruhiger Lage, Störung nur manchmal durch laute Ruderer) kredenzt. Danach werden die Boote schon mal aufs Wasser gebracht. Weiteres Warten am Bootssteg wird durch Geschichten aus der guten alten Zeit und den ein oder anderen Witz verkürzt. Als auch das nicht mehr genügt, holt Wolfgang Perske die Notration Riesling aus dem Gepäck. Endlich, gegen 11.30 Uhr, sind auch die Autofahrer wieder da und es kann losgehen. Oder könnte, wenn nicht der Wein noch vorm Hotel stände. Aber dann geht’s auch sofort los auf die heutige 40 km Etappe nach Zell. Unser Schwung wird nach 4 km an der Schleuse Zeltingen jäh gebremst. Jeder, der auf diesem Teil der Mosel schon gerudert ist, hat die sicher in guter Erinnerung. Heute ist der Schleusenvorgang nach kaum 2 Stunden schon beendet. Für die Liegezeit vor der Schleuse werden unterschiedlichste Strategien angewandt. Unser Boot entscheidet sich für die Kreiselstrategie, mal links herum, mal rechts herum rudern. Anfang November sind die Tage schon recht kurz, bis nach Zell reicht es heute nicht mehr, und so ist zur Mittagsrast in Traben Trarbach heute Schluss. Vorher noch der Kreuzchencup. Das spätere Siegerboot muss die Skulls des Chronisten präpariert haben. Nur so sind mehrere Krebse während des Rennens erklärlich (oder lag es an dem mörderischen Schlag vom hinter mir sitzenden Bernhard Britting?) So ist jedenfalls (mit nur leichtem Abdrängen des dritten Bootes) für uns nur ein ehrenvoller zweiter Platz drin, ganz knapp geschlagen von Heiko Schneiders, Christoph Ostertag, Wolfgang Perske, Klaus Hinkelmann und Helmut Meyer. Abriggern, aufl aden, mit dem Auto nach Zell, dort wieder aufriggern. TODO...