Wanderfahrt nach Berlin

Die Mannschaft
Die Mannschaft

10. – 14.06.2009

Erstaunlich pünktlich traf sich die Rudertruppe am Mittwoch um 15:45 Uhr vollständig – also fast vollständig – auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, alle in bester Laune und redselig.

Ebenso erstaunlich waren die unterschiedlichen Größen der Gepäckstücke, von Kleinstrucksack über Seesack bis hin zum Riesenrollkoffer war alles vertreten.

Immerhin ließ sich im vorreservierten Abteil (Dankeschön Andreas) alles prima verstauen. Pünktlich zur Abfahrtszeit kam auch unser letzter Mitruderer angehechelt (wir gucken keinen an, Jens!) und somit hätte es von unserer Seite dann losgehen können, aber wir wollen nicht vergessen, dass wir ja mit der DB unterwegs waren….Recht zügig wurde die defekte Zugmaschine ausgetauscht und mit nur 40 Minuten Verspätung fuhren wir los. Unterwegs gab die Bahn alles und wir kamen mit 35-minütiger Verspätung an. Unseren Kummer darüber haben wir dann in Prosecco ertränkt…


Am Ziel angekommen, wurden wir aufs herzlichste vom Peter begrüßt. Die Popos platt gesessen und mit einem Mordsdurst sind wir dann wie ein Heuschreckenschwarm im Bootshaus in Grünau eingefallen. Offenbar sind wir auch ziemlich hungrig gewesen, denn die Brötchen, die für uns bereitgestellt wurden, waren ratzfatz aufgefuttert (besonders schnell waren die Mettbrötchen weg, die hier in Berlin als „Hackepeter Schrippen“ durchgehen....) Nach hohläugigen Blicken Richtung Wirt gab’s dann noch mal eine Fuhre Schmalzbrote, der Resthunger wurde mit „flüssigem Brot“ abgetötet.

Bis auf wenige tapfere Bootshausschläfer (die am nächsten Morgen noch viel tapferer sein mussten wegen der nächtlichen Begegnung mit dem Schwarzen Abt und entsprechender Nachwirkungen, nähere Auskunft können Marc, Jens, Francis und Michel erteilen…) sind wir dann zu unserem Nachtquartier gezogen, das Leistungszentrum des Landesruderverbandes Berlin, wo wir charmante Zimmer mit Luxus - Charakter beziehen durften. Dass einige von uns die sanitären Anlagen auf dem Flur hatten, hat ja gar nicht weiter gestört, dadurch konnte man auch in der Nacht um eins noch ein Schwätzchen mit dem zu später Stunde tätigen Putzmann halten.. (nicht wahr, Nadine…)

Berlin_37 Der Donnerstagmorgen zeigte uns einen grauen Himmel, es war kalt und es regnete immer wieder mal. Leicht frustriert zogen wir nach dem Frühstück wieder zum Bootshaus. Hier war der Bär los, offenbar war die komplette Ruder-Gemeinschaft Grünau auf den Beinen. Inmitten des ganzen Gewusels versuchte der Peter seinen Plan umzusetzen, uns zügig aufs Wasser zu bringen. Nachdem ein geplanter Vierer aber undicht war, verzögerte sich das ganze Unterfangen noch etwas. Mit 3 Vierern und 2 Zweiern sind wir dann losgezogen. Heftige Schauer und Wind machten uns ganz schön zu schaffen und das Mittagessen musste bei den meisten mit nassem Hintern durchsessen werden. Wenn man allerdings so schlau ist, nach einem Fön zu fragen, kann man (Frau) sich nach dem Essen noch fix den Popo mit Warmluft trocknen. (Wirklich smart, Silke!)
Etwas besser gestimmt haben wir uns dann nach Gussow durchgekämpft, ich muss sagen, die letzten 4 Kilometer zogen sich ein bisschen. Doch die Aussicht auf ein leckeres Abendessen (bezahlt!) und die mittlerweile durch die Wolken blinzelnde Sonne haben uns motiviert, noch mal alles zu geben und so sind wir gehen 18.30 Uhr in unserer Ferienlager-Unterkunft angekommen. Dort haben wir dann auch nur schnell unsere Zimmer bezogen und sind recht bald zum Abendessen gestürmt, um uns nach dem langen Rudertag und für die bevorstehenden Bowlingrunden zu stärken. So haben wir den Abend sportlich ausklingen lassen.

Am Freitag ließen wir es gemütlich angehen, denn erst gegen 10 Uhr hieß es „In die Auslage – fertig – los!“ Oder heißt es doch „Vorwärts – los!“? Diese und anderen Fragen zu den Ruderkommandos sollten uns die nächsten Tage immer mal wieder beschäftigen und es sei an dieser Stelle gleich verraten, dass wir uns nicht einigen konnten – geklappt hats trotzdem! Heute jedenfalls standen 38 Ruderkilometer auf dem Plan! 38! Und das bei weiterhin regnerischen Aussichten. Bei Tagesfahrten sind wir bisher immer so 25km gerudert, wie soll man da bloß 38km schaffen fragte sich der eine oder andere Wanderfahrt-Neuling. Doch wir hatten ja einige Gelegenheiten, die Steuerleute durchzuwechseln, so dass niemand vor Erschöpfung über Bord gegangen ist. Zudem lenkt die schöne Landschaft – Kanäle und Seen, Flora und Fauna – von der Anstrengung ab. Beim Mittagessen in einem Fischereilokal am Wolziger See war dann auch wieder schönes Wetter, so dass wir die Sonne genießen konnten. Nachmittags stand dann auch noch ein Kaffee und Kuchen-Stop am Streganzer See auf dem Programm bevor es wieder heimwärts nach Gussow ging. Dabei konnten wir uns auch munter im Schleusen üben. Aufgrund des Wetters haben wir das Tagesprogramm auf ca. 30 km gekürzt, worüber aber auch niemand böse war. Wir hatten ja noch 2 Tage Rudern vor uns. In unserer Pension stand ein Grillabend auf dem Programm und unser Grillmeister hat uns mit leckeren Steaks und Würsten verköstigt. In gemütlicher Runde saßen wir dann noch recht lang beisammen und haben die Gelegenheit genutzt, auch mal mit Vereinskollegen zu plaudern, die man sonst unter der Woche beim Rudern nicht so trifft.

Samstag, 8.30 Uhr Frühstück. Andreas und Michel haben sich am Abend vorher die Arbeit gemacht, eine neue Bootseinteilung auszuarbeiten, was gar nicht so einfach ist, denn die Boote sollen ja ungefähr gleich stark besetzt sein. Aber die beiden haben ihre Sache echt gut gemacht und so konnten wir dann gegen 10 Uhr wieder starten und uns in die Fluten stürzen. Diesmal war es recht windig, so dass wir das eine oder andere Mal mit den Wellen zu kämpfen hatten. Dennoch gab’s auch ruhige Abschnitte, auf denen Andreas bei uns beiden noch mal ganz genau auf die Technik geschaut hat und uns einige Tipps und Verbesserungen mitgegeben hat. Vielen Dank noch mal dafür! Das Mittagessen hatten wir uns dann echt verdient, denn auf dem Hölzernen bzw. Klein Köriser See war es aufgrund der Wellen schon recht anstrengend, so dass wir dann froh waren, als der Steg des Rudervereins Sparta in Sichtweite war. Nach einem erneut recht leckeren Mittagessen hat ein Teil der Gruppe – vornehmlich die jungen Leute – das sonnige Wetter genutzt um sich zu entspannen – auf Neudeutsch um zu „chillen“. ;-) Alle anderen haben sich von Peter überzeugen lassen, doch noch ein Stückerl weiter zum Schweriner See zu rudern, weil die Strecke so besonders schön sein soll. Das wars dann auch und die Extrakilometer haben sich echt gelohnt! Und das sonst recht seltene Kommando „Skulls lang“ ist hier oft zum Einsatz gekommen, denn die Brücken, unter denen wir durch mussten, waren teilweise wirklich recht schmal. Aber unsere Steuerleute haben uns da gut durchgelotst. Zurück gings dann die gleiche Strecke und wir konnten wie an den Tagen davor zahlreiche Reiher und Kormorane aus nächster Nähe sehen. Da ja nun endlich Badewetter war, haben einige das auch gleich genutzt und sich ins kühle Nass gestürzt. Frisch und munter ging’s dann weiter zu „Kuddels lustiger Stube“ – einer in Berliner Ruderkreisen wohl bekannten Kneipe – zum Abendessen. Von dort waren es nur noch 4km nach Hause auf denen uns zwar wieder ein Regenschauer überraschte, wir aber dafür auch in den Genuss eines seltenen Naturschauspiels kamen: ein doppelter Regenbogen! Zurück in unserem Feriendorf haben sich die meisten noch an der Bar getroffen, um wie gewohnt den Tag mit einem (oder mehreren….) Feierabendbierchen ausklingen zu lassen.

Aber nicht zu lange, denn am nächsten Tag hatten wir um 7.30 Uhr fertig und gepackt zum Frühstück anzutreten! Für den einen oder anderen ist das ja noch Mitten in der Nacht! Und endlich war richtig tolles Wetter! Sonne und angenehme Temperaturen sollten uns einen schönen letzten Tag bescheren. Vollgefuttert und mit neuer Bootseinteilung ging’s also los zurück zur RG Grünau. Im Gegensatz zum Donnerstag hatten wir nicht den ganzen Tag Zeit, sondern mussten bis Mittag dort sein, denn sonst würde der Zug ohne uns fahren. Aber wir hatten ja starke Bootsbesatzungen und gute Steuerleute, die uns zwischen Motorbooten, Seglern, Surfern, Fähren und Berufsschifffahrt sicher und rechtzeitig wieder nach Grünau gebracht haben. Dort war erstmal eine große Putzaktion angesagt, denn schließlich mussten die Boote innen und außen gereinigt werden. Nachdem alles wieder weggeräumt war und auch wir frisch geduscht und in Freizeitklamotten wieder ansehnlich waren, gab’s noch ein gemeinsames Mittagessen. Jürgen Mittendorf, der Wirt der RG Grünau, hat uns eine Berliner Spezialität, Eisbein mit Kartoffeln, Sauerkraut und Erbsenpüree, aufgetischt! So konnten wir uns die abgeruderten Kalorien gleich wieder anfuttern. Außerdem weiß man ja nie, wie lange man wieder mit der Bahn unterwegs ist… Viel Zeit blieb nach dem Essen auch nicht mehr und so verabschiedeten wir uns von Peter und Jutta, die diese Wanderfahrt von Grünau aus organisiert haben, und Jürgen, der uns so lecker verköstigt hat. Vollbepackt zogen wir zu Fuß oder per Straßenbahn zum Bahnhof in Grünau, um per S-Bahn und dann IC die Heimreise anzutreten. Frei nach dem Motto „Traditionen soll man beibehalten“ hatte die Bahn auch ne gute halbe Stunde Verspätung, so dass wir erst nach 22 Uhr müde, aber doch gut gelaunt und glücklich nach den Erlebnissen der letzten Tage und wohlbehalten in Frankfurt ankamen.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren der Wanderfahrt, an unseren FL Andreas und den einzig wahren VL Peter sowie an alle anderen, die uns diese 4 Tage ermöglicht haben!

Nadine Falkert, Martina Hofmann