2015 Mehrtagesfahrt

Gemeinsame Wanderfahrt HRV/FRGS auf dem Main

  • 3 Tage
  • Main
  • Hessen

Anreise und ein erster Äppelwoi

Vom 1. bis 3. Mai 2015 haben wir unsere gemeinsame Fahrt mit den Frankfurter Ruderfreunden fortgesetzt — diesmal auf dem Main. Angefangen hatte alles im August 2014, als die Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen bei uns in Halle zu Gast war. Damals ruderten wir von Naumburg nach Halle noch in sauber getrennten Besatzungen; beim Grillabend luden uns die Frankfurter zum Maiwochenende ins Hessenland ein.

Am Donnerstag, 30.4., ging es mit zwei Autos los: Anke und Guido Friedrich, Sabine und Dr. Sven Holtschke, Ines Vogel und Ingo Kirsten, Andreas Dietrich, Andreas Hahn, 'Toni' (alias Hans-Dieter Thondorf) und Jürgen Henze. Die Anfahrt bei Regen, Kälte und Wind ließ nichts Gutes ahnen. Nach dem Einchecken im Hotel Hübler zog es uns in den hübschen Altstadtkern von Sachsenhausen, in eine Apfelweinwirtschaft, wo uns die Frankfurter herzlich erwarteten. Dort lernten wir Äppelwoi und Handkäs mit Musik kennen, dazu Tatar und Schäufelchen — und das Getränk des Wochenendes: Mispelchen, eine in Calvados eingelegte Mispel.

Tag 1: Erste Etappen und Grüne Soße

Nach dem Frühstück und einem Morgenspaziergang am Mainufer teilte Fahrtenleiter Christian die Boote ein — diesmal wirklich gemischt, Frankfurter und Hallenser, in drei Doppelvierern und einem Riemen-Vierer. Kaum stromauf, gab es in einer riesigen Schleuse einen Zwangsstopp: Ingo hatte mit brachialer Gewalt am Skull den Klemmring abgerissen. Wendeziel war der Mühlheimer Ruderverein, wo Andreas Gewies den Sportfreunden gleich einen Kasten gekühltes Bier abluchste. Der Main ist gegen die Saale ein breiter Fluss mit viel Boots- und Schiffsverkehr, aber fast ohne Strömung.

Nach knapp sechs Kilometern erreichten wir den Ruderclub Frechenheim mit vorbestelltem Mittagessen: Grüne Soße mit sieben Kräutern, Kartoffeln und Eiern. Die letzten sieben Kilometer ruderten wir mit kleineren Besatzungswechseln. Nach dem Bootsputzen in Sachsenhausen folgte eine Stadtführung mit Frankfurter Geschichte und Anekdoten — die endete standesgemäß vor der 'Klaane Sachsenhäuser', wo reserviert war, samt Ebbelwoi aus dem Bembel.

Tag 2: 40 Kilometer durch die Skyline

Am Morgen alles neu in Doppelvierern. Weil fürs nächste Wochenende scheußliches Wetter angesagt war, baten wir Christian um eine Planänderung: Statt an der Schleuse Eddersheim zu wenden, ruderten wir komplett zurück — fast 40 Kilometer. Bei Sonnenschein und geschätzten 20 Grad war das Rudern schlicht eine Wucht. Die Fahrt durch die Frankfurter City war das Highlight: Skyline, buntes Treiben am Ufer und das Kabbelwasser zwischen den Kaimauern — anspruchsvolle 1500 Meter für uns, die wir ein wellenarmes Revier gewohnt sind.

Nach der Schleuse Griesheim kamen wir zur Mittagspause bei 'Nassovia' Höchst an; Christian hatte für jedes Boot Brötchen, Frankfurter Wurst und einen Vorrat Ebbelwoi mit Johannisbeersaft dabei. Höchst zeigte sich als Chemiestandort und zugleich sehenswerte Ortschaft. Auf Höhe Kelsterbach gingen einigen die Kräfte aus, also wendeten wir und fuhren zurück bis Nassovia zur letzten Pause. Die Schleuse mussten wir uns mit einem Schubverband und einer Barkasse teilen, deren Kreuzwelle uns eine Wasserdusche bescherte. Dann noch einmal durch die City, bei unglaublichen Menschenmassen an diesem sonnigen Maitag.

Den Abend gestalteten die Frankfurter: hessische Spezialitäten, frischer Spargel, grüne Soße, Gegrilltes und wieder Mispelchen. Wir saßen noch lange beisammen.

Tag 3: Abschied unter der Brücke

Am Morgen stimmten wir Hallenser wegen der schlechten Aussichten mehrheitlich gegen das Rudern — die Frankfurter akzeptierten das. Als unsere Kameraden unter der Brücke hindurchfuhren, auf der wir sie begrüßten, blutete uns ehrlich gesagt das Herz. Vor der Heimreise trafen wir uns alle noch beim Anrudern des Ruderclubs Griesheim. Der Abschied war herzlich, die Pflege dieser Vereinsfreundschaft fest verabredet. Unser Dank geht an unsere Frankfurter Freunde — sie haben uns mit offenen Armen empfangen und uns ein unvergessliches Rudererlebnis geschenkt.

Jürgen Henze, HRV Böllberg / Nelson

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