2014 Mehrtagesfahrt
Ruderwanderfahrt auf der Lahn
Unsere Herbstwanderfahrt brachte uns an zwei Tagen rund 60 km über die idyllische Lahn von Weilburg nach Laurenburg. Am Samstag ging es von Weilburg nach Limburg (ca. 36 km, 5 Schleusen), am Sonntag weiter von Limburg nach Laurenburg (ca. 26 km, 4 Schleusen).
Samstag: Weilburg – Limburg
Um 6:30 Uhr standen fünf EWR (Erstmalige-Wander-Ruderer) pünktlich am Bootshaus, dazu fünf erprobte Wanderruderer. Mit grauem long vehicle und Luxusbus rollten wir Richtung Weilburg.
Bei Lahn-km 39,6 stachen wir in See, ein kurzes Stück flussaufwärts durch den Tunnel zur ersten Schleuse Weilburg. Die Doppelschleuse kostete Zeit und etwas akrobatisches Geschick. Weitere Schleusen folgten bei km 45,4, 50,8, 62,8 und 65,3 — da hatten wir längst Routine. Dem Schleusendienst dankten wir jedes Mal mit einem herzhaften „Hipp, hipp, hurra!“ Die Lahn schlängelt sich vorbei an Wiesen, meist begleitet von einem Radweg, ruhig und beschaulich. Wir sahen viele Wasservögel: Schwäne, Enten und Graureiher.
Mittags erreichten wir den Gasthof Lahnbrücke in Villmar-Aumenau, wo uns Vereinsdackel Hexe begrüßte. Gestärkt mit Gulaschsuppe und Kuchen wollten wir weiter, doch dann kam der Regen. Die Geo-Mannschaft musste wegen starker Strömung und seichtem Wasser erst ein Stück rückwärts rudern; den Decker hievten wir zu fünft über eine steile Treppe ins Wasser — mit Hilfe eines vorbeikommenden Mannes und des Fahrtenleiters, der im Wasser stehend das Boot stabilisierte. An den nächsten beiden Schleusen konnten wir sogar sitzen bleiben: Ruderkameraden, die uns zur Mittagspause besucht hatten, spielten kurzerhand Privat-Schleusenwärter. Über Villmar und Runkel kurvten wir dem Tagesziel Limburg entgegen.
Im Regen verstauten wir die Boote beim Limburger Club für Wassersport 1895/1907 und liefen zu Fuß ins Hotel Huss. Im urigen Burgkeller gab es das eine oder andere Glas Bier oder Wein zu hessischem Essen. Wir „Neuen“ freuten uns über unsere gelungenen ersten 36 km, und es wurde bis spät erzählt. Mit einem Eis aus der nahen Eisdiele ging es zurück ins Hotel.
Sonntag: Limburg – Laurenburg
Am Morgen fuhren wir bei strömendem Regen zu zehnt im Kleinbus zurück zum Limburger Club, wo die Boote erst klargemacht werden mussten. Vor uns lag der landschaftlich schönste Teil der Tour: durch das Lahntal von Limburg nach Laurenburg in Rheinland-Pfalz. Nach der ersten Schleuse hieß es Boote raus und umtragen, weil eine Schleuse noch nicht fertig war — mit allen verfügbaren Händen ging das erstaunlich gut. Zwischendurch hörte der Regen sogar mal auf. Über die Grenze nach Rheinland-Pfalz ging es durch den Naturpark Nassau nach Fachingen, wo auf dem Gelände der Fachinger Heil- und Mineralbrunnen tausende Wasserkästen im Regen glänzten.
Nachdem beschlossen war, dass die Boote bis Montagabend auf dem Hänger im Rudererdorf bleiben dürfen, genossen wir ein sehr leckeres spätes Mittagessen und machten uns gegen 18 Uhr auf den Heimweg. Schäi wars — ein großes Dankeschön an die Organisatoren!
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