2017 Mehrtagesfahrt
Wanderfahrt Bayrische Seen Juli 2017
Ankunft in Starnberg (22.07.2017)
In perfektem Lederhosenoutfit begrüßte Reiseleiter Christian die gemischte Kieler und Frankfurter Rudertruppe vor dem Hotel Bayrischer Hof in Starnberg. Die Anreise war unterschiedlich verlaufen: Der Kieler Bus entpuppte sich als "besserer" Lieferwagen mit beklebten Scheiben und nachträglich eingebauten Sitzen, in denen keine bequeme Haltung möglich war. Die Bahnfahrer waren froh, dem "Gefangenentransport" entgangen zu sein.
Bei den ersten "Hellen" und einem "Mispelchen" wurde das Wiedersehen auf der Hotelterrasse begossen. Das in die Jahre gekommene Hotel versprühte mit seiner vergangenen Pracht einen ganz besonderen Charme. Am Abend stärkten wir uns im Freien mit bayrischen Spezialitäten im Wirtshaus des Tutzinger Hofs.
Erster Rudertag: Tutzing – Seeshaupt und zurück
Wir starteten beim Ruderverein Tutzing, direkt neben dem Seebad gelegen – über dessen Namen die Kieler durchaus schmunzelten. Bei bezaubernder Morgenstimmung über dem Starnberger See halfen uns die Tutzinger Kollegen, den Steg zu reinigen und die Boote zu Wasser zu lassen. Es ging Richtung Roseninsel, wo sich einst König Ludwig und Sissi heimlich getroffen haben sollen.
Auffrischender Wind und – zumindest für die Frankfurter – erheblicher Wellengang führten zu verschiedenen Strategien: Uwe hielt sich im Schutz einer Segelregatta, während Armin uns den See Richtung Ostseite queren ließ und wir die "nur noch 900m" unter Land bewältigten. Alle trafen sich in Seeshaupt zur Stärkung im Würmseestüberl mit anschließendem Sonnenbad, dann ging es zurück nach Tutzing. Die Tutzinger verabschiedeten uns mit einer herzlichen Einladung zum Wiederkommen. Den Abend ließen wir – nicht zur Freude der übrigen Gäste – ausgelassen in der Schlossgaststätte Leitstetten ausklingen, während es draußen in Strömen regnete.
Zweiter Rudertag: Roseninsel von Norden und Kloster Andechs
Vom Vereinshaus des Münchner Ruderclubs näherten wir uns der Roseninsel diesmal von Norden. Regenschauer und welliges Wasser machten das Rudern schwer – den Tipp der wellenerfahrenen Nordlichter, die Schlagzahl weiter zu reduzieren, nahmen wir gern an. Trotzdem steuerten wir an dem Kreuz vorbei, das die Stelle markiert, an der König Ludwig am 13. Juni 1886 unter bis heute ungeklärten Umständen im Starnberger See ertrank.
Nachmittags stand eine Führung im Kloster Andechs auf dem Programm. Wir erfuhren viel über die Wittelsbacher und bekamen Zugang zur beeindruckenden Reliquienkammer. Der berühmte Blick auf die Alpen blieb uns leider verwehrt – wir mussten mit den vielen Biersorten der Klosterschänke vorliebnehmen.
Dienstag: Sturmtief Alfred am Ammersee
Am Ammersee tauschten wir beim TSV Herrsching die Ruderklamotten gegen wetterfeste Kleidung und begutachteten die wenigen Ruderboote, die unsere gewesen wären. Kurzerhand entschieden wir uns für eine Dampferfahrt: Ein frisch renovierter Raddampfer aus dem Jahr 1908 brachte uns mit stolzem Kapitän nach Utting zum Mittagessen im Casino des Augsburger Segler-Clubs. Nachmittags besuchten einige das Buchheim-Museum, während uns erste Überschwemmungsmeldungen aus Niedersachsen erreichten. Den Abend rettete Christian mit einer Alternative: dem schönen Kastaniengarten direkt am Ufer.
Mittwoch: Tegernsee und Obersalzberg
Bei Dauerregen erlebten wir den von steilen Gebirgswänden umgebenen Tegernsee nur vom Land aus. Die Besichtigung des Bootshauses des lokalen Rudervereins ließen wir uns nicht entgehen – inklusive venezianischer Gondel, die beim Hochwasser 2013 beinahe durchs Dach gehoben worden wäre. Im Hofbräuhaus Tegernsee wärmten wir uns mit vielen anderen eingeregneten Gruppen auf. Nachmittags fuhr der Großteil der Gruppe zum Obersalzberg und kam von der Gedenkstätte beeindruckt zurück. Abends bezogen wir bei anhaltendem Regen das Hotel Schlossblick Chiemsee in Prien.
Donnerstag: Chiemsee um die Herreninsel
Endlich wieder Sonne und Rudern. Der Priener Verein wies uns Boote mit schönen Namen wie Tollpatsch und Lausbindl zu. Über Bernau mit herrlichem Blick auf die Alpenkette drehten die Boote ihre Runden südlich um die Herreninsel. Auf der Fraueninsel trafen wir uns beim Gürtlerfischer zu geräucherten Renken. Erneuter Regen verwehrte uns auf der Rückfahrt das Ausfahren der Buchten, sodass es direkt nach Prien zurückging – Zeit genug für eine (Frust-)Shopping-Tour.
Freitag: Herreninsel und Schlossführung
Inzwischen waren Erwin und Andrea mit Nachwuchs dazugestoßen. Nach zwei kurzen Ruderkilometern zur Kreuzkapelle spazierten wir über die Insel zur Schlossführung durch Ludwigs Gemächer. Nach einer Stärkung in der Schlosswirtschaft ging es auf individuellen Rückfahrten zurück – unser Boot kämpfte mit Wellengang und Gegenwind, erreichte aber durch beharrlichen Schlagrhythmus das Ufer. Nachmittags wurde bei den Trachtenmoden in Prien vergnügt Lederhose und Dirndl anprobiert und auch das eine oder andere Stück gekauft. Der Abend klang im Brauhauskeller aus.
Samstag: Traumwetter zum Abschluss
Endlich traumhaftes Ruderwetter – ein Tag, wie eine Wanderfahrt bei schönem Wetter eben verläuft: gemeinsamer Schlag, das Gleiten über glattes Wasser, herrliche Ausblicke, Fotopausen und schöne Buchten für allerlei Bedürfnisse. Zum Abschluss zauberte Gerhard überraschend einen Äppler aus seiner mobilen Bar (Fahrradtasche) und wir begossen den Tag und die gemeinsame Woche.
Fazit
Liebe Kieler, liebe Frankfurter: Auch wenn wir statt der geplanten 190 km nur 90 km ruderten, hatten wir eine tolle Zeit, haben das Beste daraus gemacht und die Sonne im Herzen behalten. Vielen Dank, lieber Christian, für die Idee und die super Vorbereitung und Durchführung dieser Wanderfahrt auf den Bayrischen Seen.
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