Mannschaft der FRGS auf der Wanderfahrt nach Seligenstadt 2021

2021 Mehrtagesfahrt

Wanderfahrt nach Seligenstadt

  • 2 Tage
  • 8 Teilnehmer
  • Main
  • Hessen

„Selig sei die Stadt genannt, da ich meine Tochter Emma wiederfand", soll Karl der Große gesagt haben, als er dem damaligen Obermulinheim einen neuen Namen gab. Zu Sinnsprüchen ließen sich die Wanderer der FRGS am 20. und 21. August aber erst nach der Ausfahrt aus der letzten Sportbootschleuse hinreißen — da hatte sich der Sommer gerade im finalen Gewitter der Saison über den Booten entleert.

Sportlich verwechselt

Los ging es am Samstag früh wie immer bei Mainkilometer 38. Hand am Boot um 9 Uhr, der Check-in ging zack-zack, und kaum zwei Stunden später saßen wir im Boot. Anleger frei, zwei Schläge, der Anruf bei der Schleuse Offenbach, der Daumen geht hoch, die Ampel springt auf grün — und die FRGS raste mit 48 Schlägen pro Minute aus dem Windschatten eines Bergfahrers in die Schleusenkammer. Der Tag hätte so schön beginnen können. Doch der Schleusenwärter hatte „sportlich" mit „Sportboot" verwechselt und bat uns auf den Nebenschauplatz Sportbootschleuse. Also Boote umtragen und Gepäck neu sortieren. Es war noch nicht einmal Mittag, und wir waren schon in Offenbach. Noch 32 Kilometer bis Seligenstadt.

Zwischen Wellen und Angelschnüren

Die Gewässerfauna zeigte sich gleich hinter Offenbach bestens erholt. Die reichhaltige Population von Außenbordmotoren und Jetskis auf diesem Abschnitt scheint auch bei vielen Fischern bekannt zu sein — wir manövrierten souverän zwischen Wellen und Angelschnüren hindurch, legten eine kurze Pause in Bürgel ein und hielten am Rudersteg in Mühlheim, bevor an der Staustufe Mühlheim zur Auflockerung der Beinmuskulatur der nächste Treppenlauf mit Gigboot auf dem Programm stand. Danach selbstverständlich nur mit halber Kraft und ganz leise vorbei am Schloss Philippsruhe. Mittagspause bei der Hanauer Rudergesellschaft, irgendwo zwischen Mainkilometer 55 und 56.

Oxford und Cambridge auf dem Main

Vor der Nachmittagsetappe wurden die Plätze getauscht, um die Wasserlage zu optimieren. Dann ein kurzer Zwischenspurt unter der Eisenbahnbrücke in Hanau — so kennt man das schließlich von den Rennen zwischen Oxford und Cambridge. Vorbei am „Dom am Main", der Kirche St. Paul in Großauheim, und wenig später Einfahrt auf zwei Zigarettenlängen in die Sportbootschleuse Großkrotzenburg bei Mainkilometer 64. Hinter der nächsten Mainschlaufe bereits freie Sicht auf die Einhardsbasilika in Seligenstadt, die seit 1925 den päpstlichen Ehrentitel einer „basilica minor" trägt. Bei Mainkilometer 71 war das Tagesziel an der Anlegestelle des Wassersportclubs Seligenstadt erreicht.

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