Ruderboote der FRGS und des EKRC auf einem niederländischen Kanal 2022

2022 Mehrtagesfahrt

Von Utrecht nach Amsterdam

  • 8 Tage
  • 5 Teilnehmer
  • Amsterdam-Rijnkanaal, Aarkanaal und Amstel
  • Ausland

Es ist lange Tradition, dass Ruderer des Ersten Kieler Ruder-Clubs etwas gemeinsam mit der FRGS unternehmen. 2022 war das Ziel Holland — genauer: von Utrecht nach Amsterdam. Unterwegs fiel der Blick in den Rhein, der ziemlich vertrocknet in seinem Bett dahinsiechte, und die Sorge kam auf, ob überhaupt genügend Wasser zum Rudern da sein würde. Sie stellte sich als unbegründet heraus.

Grüne Welle auf dem Wasser

Die erste Etappe begann mit der Querung des Amsterdam-Rijnkanaals, einer der Hauptwasserstraßen der Niederlande: vor und nach der Querung je eine Schleuse, dazwischen die beherzte Durchfahrt durch eine Lücke zwischen flott daherkommenden Binnenschiffen, ostseeverdächtige Wellen inklusive. Anschließend ging es entspannt durch die Vororte von Utrecht, vorbei an interessanter Architektur und Gärten am Wasser. Brücken öffneten sich nach kurzem Innehalten für uns — eine Art grüne Welle für Ruderer.

Ein Holztor versperrt den Weg

Nach der Pause in Oudewater wurde es spannend: enge Kurven, ein Tunnel, über uns ein Wochenmarkt. Hinter der nächsten Kurve hektische Rufe der Steuerleute — ein massives Holztor versperrte den Weg. Schluss oder Schleuse? Schleuse. Allerdings fanden wir die Selbstbedienungsknöpfe erst nach einigem Suchen und mit Unterstützung von Anwohnern dort, wo sie hingehören: auf Augenhöhe vor dem Schleusentor. Die Empfehlung nachfolgender Stand-up-Paddler, es ihnen gleichzutun und die Schleuse mit dem Boot unterm Arm zu umwandern, verwarfen wir ohne weitere Diskussion. Ein heranziehendes Gewitter trieb die weitere Fahrt an, bis wir den Ruderverein „De Kroon" in Woerden erreichten.

Wo die süßen Tomaten herkommen

Der nächste Tag führte durch die „Backwaters" der Niederlande, Wasserflächen, die einst zum Schutz gegen die herannahenden Truppen Napoleons angelegt worden waren. Wegen angesagter Nachmittagsgewitter kürzten wir die Etappe ab und fuhren vom RV Alphen den Aarkanaal direkt zur Amstel. Das nach Karte ländliche Gebiet entpuppte sich als überdachtes Land: Soweit das Auge reicht säumten endlose Gewächshäuser den Weg. Nach einer entspannten Etappe kam das Ziel in Sicht — Picknick am Steg, Pause, Baden. Erst auf der Rückfahrt ins Hotel begann es zu regnen. Alles richtig gemacht.

Umgedrehte Fahnen

Vereinzelt wurden wir auf unsere Clubfarben angesprochen und ob wir auch „dagegen" wären. Schon vorher war aufgefallen, dass ganze Straßenzüge flächendeckend in Blau-Weiß-Rot geflaggt waren — die Nationalflaggen hingen verkehrt herum, als Zeichen des Protests gegen die Pläne der Regierung, zur Reduzierung der Nitratbelastung den Viehbestand radikal zu verkleinern. Uns wurde versichert, dass unser Outfit keine wirkliche Gefahr darstellte.

Mitten ins Herz

Die letzte Etappe führte über die Amstel direkt nach Amsterdam. Sind die Gewässer vielerorts kanalisiert und begradigt, so darf die Amstel hier noch Fluss sein, und wir mäanderten gemütlich dem Ziel entgegen. Bei Kilometer 12 ein Abstecher in einen kleinen Nebenfluss, gerade noch breit genug zum Rudern, mit noch niedrigeren Brücken — also Flaggen bergen und neben „Ruder lang" auch noch flach hinlegen. Viele kennen Amsterdam von Spaziergängen durch beschauliche Gassen; wir wollten eine andere Sicht und wählten den Wasserweg. Hinter der geöffneten Amstelsluizen steuerbord in die Nieuwe Prinsengracht und weiter im Sightseeing-Modus durch die verschlungenen Kanäle der Stadt.

Abschluss im Pumpenhaus

Zum Abschlussabend trafen wir uns im Restaurant „Pompstation". Im ehemaligen, stilvoll hergerichteten Maschinenhaus genossen wir ein ausgezeichnetes Essen, während unter unseren Füßen mit leichtem Rumoren immer noch die gigantischen Pumpen daran arbeiteten, den komplizierten Wasserhaushalt des Landes in Waage zu halten. Wehmütig brachen wir am Sonntagmorgen Richtung Heimat auf, im Gepäck jede Menge neue Eindrücke und neue Ruderbekanntschaften.

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