Ruderwanderfahrt auf der Lahn

20. - 21.09.2014

Unsere Herbstwanderfahrt führte uns ca. 60 km auf der idyllischen und romantischen Lahn von Weilburg nach Laurenburg.

Fahrtroute:

  • Samstag: Weilburg bis Limburg (ca. 36 km, 5 Schleusen)

  • Sonntag: Limburg bis Laurenburg (ca. 26 km, 4 Schleusen)

Gleich 5 EWR (Erstmalige-Wander-Ruderer) waren pünktlich am Samstagmorgen um 6:30 Uhr zur Abfahrt am Bootshaus bereit. Dazu gesellten sich  noch 5 erprobte Wanderruderer zur 2-Tagesfahrt auf der Lahn . Los ging’s mit „grauem long vehicle“ und Luxusbus bei aufgehender Sonne bzw. aufsteigen-dem Nebel Richtung Weilburg.

Dann ging’s los, von Lahn-KM 39,6 ein kurzes Stück flussaufwärts in den Tunnel zur ersten Schleuse Weilburg, eigentlich eine Doppelschleuse, die ihre Zeit und einiges an akrobatischem Geschick erforderte.

Spätestens hier wurde es dem einen oder anderen klar, es wird mehr geboten als nur rudern auf Wanderfahrten. Nach einer gefühlten Stunde in der Schleuse... endlich die ersten Ruderschläge, die ersten Kilometer Lahn wurden angegangen. Es sollten noch bei KM 45,4 , KM 50,8, KM 62,8 und KM 65,3 weitere Schleusen folgen, aber bis dahin hatten wir Routine! Und Ruderer sind freundliche Menschen, dem Schleusendienst wurde jeweils gedankt mit „Hipp, hipp, hurra!“ 

Die Sonne hatte die Nebel inzwischen besiegt. Die Lahn schlängelt sich vorbei an Wiesen, ein Radweg führt meist neben dem Fluss her. Es ist recht ruhig und beschaulich, nette Häuser, Campingplätze, zum Teil Angler am Ufer. Wir sahen Wasservögel, viele Schwäne, Enten, auch Graureiher wurden gesichtet. Die Erfahrenen konnten ihre Aufmerksamkeit auf Boot und Natur gleichermaßen verteilen, wir EWR hatten ganz gut zu tun in der Konzentration zu bleiben, damit das Boot auch einigermaßen flott vorwärts kam. Ganz ungewohnt für uns vom Main: ganz ohne Wellen, Kähne, weiße Flotte oder Drachenboote fuhren wir auf der jetzt kurvenreicheren Lahn.

Dank der Instruktionen von den Erfahrenen in den Booten erreichten wir in angemessener Zeit unser Mittagsziel, den „Gasthof Lahnbrücke“  in Villmar-Aumenau. Großes Hallo, als uns „Vereinsdackel“ Hexe begrüßte.Gestärkt mit Gulaschsuppe und Kuchen und fast mit Sonnenbrand auf den Armen sollte es weiter gehen. Aber was war das? Eine dunkle Wolke, Regen etwa? Und der österreichische Wirt sagte noch: „Bei unserer Kirmes scheint immer die Sonne....!“

Ach, das bisschen Nass konnte uns doch nichts anhaben. Nachdem zunächst die Mannschaft des „Geo“ in das am Ufer vertäute Boot geklettert war, musste wegen der starken Strömung und dem seichten Wasser zunächst einige Meter rückwärts gerudert werden. Eine Kraftaufgabe, den „Decker“ dann zu fünft über die steile Treppe ins Wasser zu hieven. Wir rutschen und kämpften bei mieser Schlagermusik aus dem Autoscooter („Schatzi, ich schenk dir ein Foto“ oder so...). Zum Glück unterstütze uns in letzter Sekunde ein vorbeikommender Mann und so konnten wir mit Hilfe von unserem Fahrtenleiter, der im Wasser stehend das Boot stabilisierte, doch noch glücklich einsteigen!

Jetzt wurde das Wetter wechselhafter, was der flotten Stimmung keinesfalls einen Abbruch tat.  Wir übten weiter „zusammen einsetzen“, „langsam vorrollen“ und „Ruderzug beenden“, so dass der Regen nicht weiter störte, zumal es angenehm warm war. Bei den nächsten beiden Schleusen musste niemand aussteigen, da wir mit unserem Besuch ( Ruderkameraden hatten uns über die Mittagspause besucht) Privat-Schleusenwärter hatten. Die Lahn kurvte sich von Aumenau weiter über Villmar und Runkel unserem Ziel des heutigen Tages, der - inzwischen bis nach Rom bekannten - Kreisstadt Limburg entgegen.

Im Regen verstauten wir beim „Limburger Club für Wassersport 1895/ 1907“ die Boote sicher auf Kiel und gingen zu Fuß in unser Nachtquartier, das nahegelegene „Hotel Huss“.Im urigen Burgkeller wurde anschließend das eine oder andere Glas Bier oder Wein zu leckerem Hessischen Essen verzehrt. Wir „Neuen“ freuten uns über unsere gelungenen ersten 36 km auf Wanderruderfahrt! Man erzählte Geschichten und Anekdoten aus dem Vereinsleben und von anderen Wanderfahrten der FRGS. Englisch, Französisch, Deutsch und Hessisch ging es munter durcheinander. Aber es waren doch alle ordentlich müde, so ging es mit einem Eis auf der Hand aus der nahegelegenen Eisdiele zurück ins Hotel.

Am Morgen ging es nach einem ordentlichen Frühstück und bei strömendem Regen zu zehnt in unserem 8-er Kleinbus zurück zum Limburger Club, wo die über Nacht etwas voller gelaufenen Boote erst mal klar gemacht werden mussten.Der landschaftlich schönste Teil unserer Tour lag vor uns, ca. 28 km durch das Lahntal von KM76,4 in Limburg nach   Laurenburg in Rheinland Pfalz. 

Kaum hatten wir genossen, dass es heute Schleusenpersonal gab, hieß es nach der ersten Schleuse: Boote aus dem Wasser und wegen einer nicht fertig gestellten Schleuse umtragen!Das Umtragen ging erstaunlich gut, hatten wir ja diesmal alle verfügbaren Hände an den Booten. Zwischenzeitlich hatte der Regen auch mal aufgehört, das verschaffte uns eine Verschnaufpause; wie schön, als die Klamotten doch wieder etwas trockener wurden! 

Weiter ging es unerkannt über die Grenze nach Rheinland-Pfalz, durch den Naturpark Nassau nach Fachingen, wo auf dem Gelände der „Fachinger Heil-und Mineralbrunnen“ tausende Wasserkästen einsam im Regen glänzten. Dann waren wir unserem Ziel schon auf 10 km recht nahe gekommen.

Nachdem beschlossen war, dass die Boote bis Montag Abend auf dem Hänger im Rudererdorf bleiben können, genossen wir ein sehr leckeres spätes Mittagessen und machten uns gegen 18 Uhr auf den Weg nach Hause!
 
Schäi wars, ein großes, großes Dankeschön an die Organisatoren!

In der Bildergalerie gibt es einige Eindrücke von der Wanderfahrt.